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Interview mit Tanja Schleiff
(Schauspielerin, Gertrud in "Helene, die wahre Braut")

05. November 2020

Tanja Schleiff, 1973 in Erfurt geboren, spielt in dem Märchenfilm "Helene, die wahre Braut" die böse Stiefmutter Gertrud.

Sie spielen ja die Rolle der Gertrud: Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben?
Getrud verkörpert das Klischee der bösen Stiefmutter. Sie ist unersättlich, eifersüchtig und ist nie zufrieden, mit dem was sie bereits hat und bekommen wird.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Ich habe mich mit dem Stoff beschäftigt und fand, dass man sich sehr auf den Text verlassen konnte. Insofern habe ich, entgegen meiner sonstigen Auffassung, dass böse Figuren nicht böse gespielt werden sollten, das Klischee bedient, das ist im Märchen erforderlich.

Konnten Sie sich bei der Umsetzung der Rolle mit einbringen oder wurde strikt nach Plan des Drehbuchs gedreht?
Wir sind sehr nah am Text geblieben. Die Rolle mitgestalten konnte ich aber durchaus und der Regisseur hat mir große Freiheiten gelassen.

Wie verlief das Casting zum Film?
Ich hatte kein Casting, sondern war Typ-besetzt. :-)

Kannten Sie das Märchen zuvor?
Nein. Obwohl ich meinen Kindern viele Märchen vorlese und meine Eltern mir als Kind ständig die Welt der Märchen nähergebracht haben. Insofern waren mir die Motive klar.

Was war für Sie die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten?
Die Chance mit Tieren zu arbeiten, war für mich das größte Vergnügen und eine Herausforderung, die ich gerne angenommen habe.

Welche Szene war in der Umsetzung am anspruchsvollsten?
Der Showdown, in dem Gertrud außer Gefecht gesetzt wird und das unter Berücksichtigung der Abstandsregeln durch die Corona-Auflagen.

Wie viele Drehtage hatten Sie für „Helene, die wahre Braut“?
Fünf

Gab es besondere Ereignisse beim Dreh?
Es war mein erster Dreh unter diesen Bedingungen. Eine Kollegin und ich hatten ein harmloses Foto von uns gepostet, was sofort eine große Sorge auslöste, weil wir uns angeblich zu nah waren. Die Tests brachten Entwarnung.

Haben Sie eine Lieblingsszene im Film? Und warum ist es gerade diese?
Ich hatte mit allen Szenen Spaß. Meine Lieblingsszene ist oft die, die ich gerade drehe.

Welche Aspekte im Märchen „Helene, die wahre Braut“ sind heute noch aktuell?
Häusliche Gewalt spielt eine größere Rolle denn je.

Was ist die Moral von diesem Märchenfilm?
Die Liebe hat eine große Kraft und kann immer siegen, wenn man sie lässt.

Würden Sie erneut in einem Märchenfilm mitspielen wollen? Wenn ja, welches Märchen wäre es denn und warum?
Sofort. Es gibt sehr schöne Südtiroler Märchen und Sagen, in denen merkwürdige Elfen und Trolle auftreten, die würde ich gerne spielen.

Welche Erfahrung von der ganzen Produktion nehmen Sie mit?
Eine Gegend und Orte kennenzulernen, die gar nicht so weit von meinem Wohnort entfernt sind und die ich sicher bald mit meinen Kindern nochmal erkunden werde.

Oftmals werden ja die Neuverfilmungen sehr kritisiert. Man findet sie oft zu kitschig, zu modern, sie hätten keinen Charme etc. Wie ist Ihre Meinung dazu?
Wenn ein Stoff gut ist, sollte man ihn gerne künstlerisch, wie auch immer, neu gestalten. Man muss sich halt die Zeit nehmen, das zu entdecken, was eine Neuauflage rechtfertigt.

Wie stehen Sie generell zum Thema „Gewalt im Märchen“?
Märchen sind oft sehr brutal. Denken Sie an Hänsel und Gretel. Wichtig ist, diese rohe Gewalt des Mittelalters, wo viele Märchen herkommen, kindgerecht zu verpacken. Ich würde mir mehr Märchen wünschen, in denen die Sinnlosigkeit von Gewalt gezeigt wird.

Wir bedanken uns für das märchenhafte Interview.

Fotos: Christian Hartmann, WDR/Wolfgang Ennenbach

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