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Interview mit Marisa Leonie Bach
(Schauspielerin, Königin Lioba in "Die Hexenprinzessin")

25. November 2020

Marisa Leonie Bach, 1978 geboren, spielte bereits im Märchenfilm "König Drosselbart" (2008) aus der Reihe "6 auf einen Streich" mit. Nun durfte sie erneut in einem Märchenfilm mitspielen. In "Die Hexenprinzessin" verkörpert sie die Rolle der Königin Lioba.

Sie spielen ja die Rolle der Königin Lioba: Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben?
Lioba ist eine starke, pflichtbewusste Frau, die ihre Familie über alles liebt und sie um jeden Preis verteidigt. Was niemand ahnt ist, dass sie ein dunkles Geheimnis in sich trägt was fürchterliche Konsequenzen für ihre Familie haben wird.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Ich konnte mich in die Rolle wunderbar hineinversetzen, da wir beide Löwenmütter sind.  Gefühle wie Kinderwunsch, aber auch die Angst ein Kind zu verlieren sind mir nicht fremd. Abgesehen von der klassischen Rollenvorbereitung erarbeite ich mir die Emotionalität meiner Figuren immer gerne mit Musik. Die jeweiligen Playlists höre ich dann rauf und runter.

Konnten Sie sich bei der Umsetzung der Rolle mit einbringen oder wurde strikt nach Plan des Drehbuchs gedreht?
Ngo The Chau ist ein wunderbarer Regisseur, der seinen Schauspielern großes Vertrauen und Freiraum bei der Gestaltung der Rolle schenkt. Ich mochte seine offene und ruhige Art zu inszenieren. Es war eine inspirierende Zusammenarbeit.

Wie verlief das Casting zum Film?
Chau kannte mich schon von den Dreharbeiten zu „Berlin Falling“. Darüber hinaus ist eine Freundschaft entstanden. Ich glaube er fand es spannend ein echtes Paar für das Königspaar zu besetzen.

Kannten Sie das Märchen zuvor?
Nein, kannte ich nicht. „Die Hexenprinzessin“ ist eine Adaption vom norwegischen Märchen „Zottelhaube“. Da das Märchen noch nie verfilmt wurde habe ich mich gefreut unvoreingenommen an die Rolle der Königin gehen zu können.

Was war für Sie die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten?
Eine Herausforderung war sicherlich die emotionale Vielschichtigkeit der Rolle. Fast alle meine Szenen waren sehr intensiv, was viel Freude gemacht aber auch viel Kraft gekostet hat.

Welche Szene war in der Umsetzung am anspruchsvollsten?
Ich denke, Szenen mit Spezialeffekten sind oft anspruchsvoll, weil man sich nicht nur aufs Spiel konzentrieren kann sondern auch die Effekte für sich visualisieren muss. Dafür ist das Ergebnis dann oft um so schöner.

Gab es besondere Ereignisse beim Dreh?
Besonders beeindruckt haben mich die Drehorte in Tschechien. Abgesehen von den zauberhaften Burgen war der Braunkohle-Tagebau, in dem das Tor der Hexen erzählt wurde, am spektakulärsten für mich. Kilometerweit nichts außer Staub und Dreck. Das hatte schon was von Endzeitstimmung.

Welche Aspekte im Märchen „Die Hexenprinzessin“ sind heute noch aktuell?
Erstaunlicherweise viele. Das Märchen ist absolut aktuell. Es geht um Emanzipation, Kinderwunsch, Mut, Freigeister und Liebe. Mir gefällt es besonders, dass es so viele unterschiedliche starke Frauenrollen gibt. Was meine Rolle betrifft, musste ich oft an die vielen Frauen heutzutage denken, die verzweifelt versuchen schwanger zu werden und sich deshalb minderwertig fühlen. Ich glaube es ist für viele Frauen immer noch ein Tabu öffentlich über einen unerfüllten Kinderwunsch zu sprechen, weil sie Angst vor Stigmatisierung haben. Der Druck der Gesellschaft auf Frauen auf allen Ebenen immer zu funktionieren ist leider immer noch enorm.

Würden Sie erneut in einem Märchenfilm mitspielen wollen? Wenn ja, welches Märchen wäre es denn und warum?
Unbedingt. Märchen und Fantasy-Filme sind eine Welt in die ich als Schauspielerin immer gerne eintauche. Ich liebe es der Realität auch optisch zu entfliehen. Hier ist der Regisseur ja schon den Schritt hin zu Fantasy gegangen. Hoffentlich wird in Deutschland in Zukunft noch mehr in diese Richtung entwickelt, ich liebe es.

Welche Erfahrung von der ganzen Produktion nehmen Sie mit?
Das es ein besonderes Glück ist mit so einem wunderbaren Cast und Regisseur zusammenzuarbeiten.

Sie spielten bereits eine Zofe im Märchenfilm „König Drosselbart“ der ARD-Reihe „6 auf einen Streich“. Wie war es für Sie, erneut wieder in einem Märchenfilm mitzuspielen?
Mit einem dollen Augenzwinkern (!), könnte man sagen ich habe mich hochgespielt von der Zofe zur Königin. (lacht)

Oftmals werden ja die Neuverfilmungen sehr kritisiert. Man findet sie oft zu kitschig, zu modern, sie hätten keinen Charme etc. Wie ist Ihre Meinung dazu?
Ich stehe Neuverfilmungen immer offen gegenüber und lasse mich gerne überraschen. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten kann man nochmal einen ganz anderen Schauwert erzeugen den ein junges Publikum vielleicht manchmal besser erreicht. Ich mag allerdings die alten Märchenverfilmungen nach wie vor, wie zum Beispiel eines meiner lieblings- Klassiker „Aschenputtel“.

Wie stehen Sie generell zum Thema „Gewalt im Märchen“?
Es kommt immer darauf an. Wenn man die alten Märchen liest sind sie teilweise schon sehr brutal. Das ist sicher auch einer anderen Zeit geschuldet. In Märchen geht es ja in erster Linie um die Lehre von Gut gegen Böse und das Gute gewinnt am Ende. Ich denke, als Eltern muss man schon darauf achten, in welchem Alter das Kind welches Märchen schauen darf.

Wir bedanken uns für das märchenhafte Interview.

Fotos: ZDF/Conny Klein, Die Hexenprinzessin (Instagram), Marisa Leonie Bach (Instagram), Ngo The Chau (Instagram), Alan Ovaska

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