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Zwerg Nase (D/CZ 2021)

Jakob ist zwölf Jahre alt, als er auf dem Marktplatz seiner Heimatstadt in die Fänge der gehässigen Fee Kräuterweis gerät. Die fühlt sich von ihm wegen ihres kurzen Halses und ihrer Nase beleidigt, entführt ihn und lässt den Jungen sieben lange Jahre mithilfe eines magischen Kochbuches für sich und ihre Gäste kochen.

Als sei dies nicht genug, verwandelt sie ihn zum Abschied auch noch in einen Zwerg mit Buckel und ebenso hässlicher Nase, wie sie selbst eine hat. Selbst die Mutter, die sommers wie winters trostlos und alleine an ihrem städtischen Gemüsestand sitzt und ein Wiedersehen mit ihrem verschwundenen Kind längst aufgegeben hat, erkennt Jakob in fremder Gestalt  nicht wieder.

Auch der gute Zauberer Wetterbock – der letzte Hoffnungsschimmer in der deprimierenden Lage des nun Neun-zehnjährigen –  vermag ihm nicht zu helfen.

Verzweifelt erinnert sich der Zwerg an seine Fähigkeiten als Koch und bekommt tatsächlich eine Anstellung beim Herzog des Landes. Das ist ein Segen. Denn in der Küche des cholerischen Fein-schmeckers kann Jakob seine bemerkenswerten kulinarischen Künste täglich unter Beweis stellen. Und obwohl er dabei in heftige Konfrontation mit dem alten Oberküchenmeister gerät, wird seine Arbeit durch die uneingeschränkte Anerkennung des Herzogs und die Solidarität aller anderen Köche gekrönt.

Diese schönen Tage enden allerdings, als von Jakob die Zubereitung der Pastete Souzeraine gefordert wird. Von ihr hat Jakob noch nie gehört. Herzog Kunz jedoch, der sich bei der Bewirtung des Fürsten Humbert keine Blöße geben will, droht ihm so jähzornig, dass Jakob Angst um Leib und Leben haben muss. Doch wie schon einmal, so meint das Schicksal es auch jetzt gut mit ihm.

Nicht nur, dass es ihm eine Gefährtin geschenkt hat, der die Fee Kräuterweis ebenso übel mitgespielt hat wie ihm selbst – sie hat das Mädchen Mimi, Tochter Wetterbocks, in eine Gans verwandelt! – das Geheimnis der Pastete ist auch direkt verbunden mit dem Geheimnis von Jakobs Verwandlung in einen Zwerg: finden Zwerg Nase und Mimi das Kräutlein Nies-Mit-Lust rechtzeitig, dann winkt ihnen beiden die Erlösung.

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Filminformationen
Regie: Ngo The Chau
Regie-Assistenz: Stépán Drechsler (CZ)
Drehbuch: Adrian Bickenbach
Kamera:
Ngo The Chau
1. Kamera Assistenz:
Tim Rosenbohm
B Cam Operator: Julian Landweer
Ton:
Matous Sýs
Schnitt:
Felix Schekauski
Musik:
Tim Morten Uhlenbrock
Kostüme:
Petra Stašková
Maske:
Ivana Nemcová
Szenenbild:
Colin Taplin
Bildgestaltung:
Ngo The Chau
Script Supervision:
Lucie Maliková
Colour Grading:
Tobias Wiedmer
VFX Supervision:
Tomás Markl
Casting:
Uwe Bünker, Margarete Abenda (CZ)
Produktion:
Provobis GmbH, MIA Film
Herstellungsleitung: Finn Freund
Produktionsleitung CZ: Daniela Buzgová
Produzent: Jens Christian Susa
Koroduzenten:
Zbynek Pippal, Michal Pokorny (MIA Film)
Redaktion:
Irene Wellershoff, Götz Brandt
Auftragssender:
ZDF

Drehorte: Schloss Lednice, Schloss Libochovice, Schloss Mikulov,
Grotte im Schloss Ploskovice, Loket (Burg Elbogen), Burg Kokořín, Burg Houska

Drehbeginn: 10.02.2021
Drehende:
10.03.2021

Erstausstrahlung:
24.022021

DVD-VÖ:
2022

Spieldauer:
90 Minuten

Autor:
Wilhelm Hauff
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Darsteller
Zwerg Nase: Mick Morris Mehnert
Jakob als Kind: Jonathan Tittel
Jakob als junger Mann: Adrian Grünewald
Oberküchenmeister: Christian Ahlers
Herzog Kunz der Schlemmer: Daniel Zillmann
Fee Kräuterweis: Anica Dobra
Zauberer Wetterbock: Stephan Luca
Hanne, Jakobs Mutter: Maria Simon
Mimi: Josephine Thiesen
Fürst Humbert: Alexander Schubert
Marktfrau: Anežka Rusevová
Koch: Honza Šraitr

Sprecher Zauberbuch: Jürgen Vogel
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Festivals
10.10.2021
26. Schlingel - Internationales Filmfestival
(Weltpremiere)

16.10.2021
Verhextes Fabulix

24.10.2021
Filmtage Oberschwaben
Fotos: ZDF/Jan Hromádko, Mick Morris Mehnert, PROVOBIS
Um eine größere Darstellung der Fotos zu erzielen,
bitte einfach auf die kleinen Fotos links klicken.
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 Plakat
 Trailer
 Teaser 1
 Teaser 2
 Teaser 3
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

„Zwerg Nase“, das in der Reihe ZDF-Märchenperlen 2021 neu umgesetzt wurde, überzeugt nicht nur durch seine optischen Bilder (tolle fantasievolle Montagen, ikonographische Vielfalt der Räume), sondern durch eine knallig ironische Umsetzung der Handlung.

Hier begegnen wir dem barock anmutenden Herzog Kunz der Schlemmer (Daniel Zillmann) und dem kühlen Fürst Humbert (Alexander Schubert), die eitel und unterhaltsam gegeneinander in ihren Besitztümern wetteifern. Der Zuschauer kann sich dabei köstlich amüsieren, zugleich schimmert in diesem Wettstreit eine gelungene Kritik am heutigen Kapitalismus durch: Jeder Machthaber will immer mehr Materialismus und immer besser sein als der andere, Bescheidenheit und Menschlichkeit werden zurückgestellt.

Persönlich finde ich interessant, wie Jakobs Leid dargestellt wird: Mick Mehnert spielt gekonnt den „Zwerg Nase“, seine Trauer über die unglückliche Verwandlung überzeugt, bei der man als Zuschauer mitfühlt – bis in den Selbstmordversuch, was einen neuen Aspekt in der filmischen Umsetzung darstellt. Vor lauter Trauer über sein verlorenes Leben mit der Mutter versucht Jakob, sich selbst das Leben zu nehmen. Tröstlich ist natürlich, dass ihm dies nicht gelingt und letzten Endes alles gut wird, wie es das Märchen ja auch transportieren soll als Botschaft: Auch wenn alles aussichtslos scheint (sogar wenn man vor dem Selbstmord steht), gibt es immer einen Ausweg. Diese Botschaft erachte ich für Kinder und Jugendliche als pädagogisch äußerst wertvoll.

„Zwerg Nase“ enthält somit alle Facetten eines für mich gelungenen Märchenfilms: Es ist düster und unheimlich (Fee Kräuterweis), romantisch und verspielt in der Gans Mimi und der Liebe zwischen Jakob und Mimi, ernst und dramatisch durch Jakobs Verwandlung und Selbstmordversuch, sowie letzten Endes gesellschaftskritisch und satirisch in den Szenen zwischen Fürst und Herzog – zum Glück gibt es aber auch ein Happy End für die Adeligen, einen „Pastetenfrieden“ a la Wilhelm Hauff.

05.01.2022

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