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Der Geist im Glas (D 2021)

Sophia, angehende Ärztin und Tochter eines Holzfällers, absolviert ihr praktisches Jahr in der Arztpraxis von Doktor Roth. Doktor Roth ist sehr zufrieden mit ihr und vertraut Sophia den Schlüssel zur Medikamentenkammer an, unter der Bedingung, dass sie nichts aus dem Medizinschrank anrührt. Sophia verschwindet in der Medikamentenkammer, während Doktor Roth schockiert einen Brief ihres Vaters liest. Er kann das praktische Jahr seiner Tochter nicht mehr bezahlen.

Unterdessen vernimmt Sophia ein dumpfes Rufen, das aus dem Medizinschrank kommt. Sie öffnet den Schrank und entdeckt ein Glas, in dem der Geist Mercurius sitzt. Mercurius fleht sie an, ihn freizulassen. Sophia nimmt das Glas und betrachtet es ungläubig. Da erscheint Doktor Roth in der Tür, um ihr die Nachricht ihres Vaters zu überbringen. Vor Schreck lässt Sophia das Glas fallen. Es zerspringt und der Geist ist frei. Mercurius verabschiedet sich hocherfreut. Sein Gebieter, der Gutsherr Veith, erwartet ihn.

Doktor Roth ist entsetzt. Vor zwanzig Jahren haben er und seine Schwester, die Kräuterfrau Eda, Mercurius unter größten Schwierigkeiten eingefangen. Mercurius und Veith hatten damals die Dorfbewohner aufs Grausamste gequält. Doktor Roth hatte sich im Kampf durch Edas außer Kontrolle geratene Magie eine Verletzung zugezogen. Kein Wort haben die Geschwister seither mehr miteinander geredet.

Sophia will ihren Fehler wiedergutmachen. Das Wohl des Dorfes steht auf dem Spiel und ihre Karriere als Ärztin. Kräuterfrau Eda und ihr Schüler Jakob wollen ihr helfen. Für Jakob steht fest: Er wird mit Sophia den Geist einfangen. Während Mercurius im Auftrag Veiths die Dorfbewohner verhext und ihnen ihr Hab und Gut abknöpft, machen sich Sophia und Jakob auf den gefährlichen Weg zu Veiths Anwesen, das durch magische Tore geschützt ist. Doktor Roth und Eda versuchen unterdessen, das magische Glas herzustellen, in das Mercurius wieder eingesperrt werden soll. Doch kann der Geist gebannt und sein böser Herr besiegt werden?

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Filminformationen
Regie: Markus Dietrich
Drehbuch: Anette Schönberger
Kamera:
Christoph Iwanow
Ton:
Tina Dobbertin, Gerald Hentschel, Marina Schnieders
Schnitt:
Lucas Seeberger
Musik:
André Feldhaus
Gesang:
Samanta Lillia (Sammy Weber)
Kostüme:
Anna Scholich
Maske:
Tanja Adams
Szenenbild:
Veronika Große, Sebastian Demuss
Produktion:
Bremedia Produktion GmbH
Produktionsleitung: Michael Bentkowski
Produzenten: Heidi Bruns, Katharina Wagner
Redaktion:
Michaela Herold (Radio Bremen),
Anke Lindemann (MDR), Patricia Vasapollo (HR)
Auftragssender:
ARD, Radio Bremen, MDR, HR

Drehorte: Cloppenburg (Niedersachsen)

Drehbeginn: 01.06.2021
Drehende:
18.06.2021

Erstausstrahlung:
25.12.2021 (ARD)

DVD-VÖ:
10.12.2021

Spieldauer:
60 Minuten

Autor:
Brüder Grimm
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Darsteller
Mercurius: Holger Daemgen
Dr. Malick Roth:
Ercan Durmaz
Kräuterfrau Eda:
Neshe Demir
Sophia:
Sofie Eifertinger
Jakob:
Pablo Grant
Gutsherr Veith:
Matthias Redlhammer
Mädchen Ella:
Samanta Lillia
Zimmermann Herbert: Oliver Petszokat
Zimmermann Willi: Bürger Lars Dietrich
Fotos: Radio Bremen/Michael Ihle
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bitte einfach auf die kleinen Fotos links klicken.
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 Erschienen auf DVD
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Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

Die Studentin Sophia (Sofie Eifertinger) möchte Ärztin werden, und ihr Vater finanziert ihr Studium, obwohl er ein armer Holzhacker ist. Aus Versehen passiert es ihr jedoch, dass sie den in einer Flasche gefangenen Geist Mercurius befreit. Dieser entkommt und dient wieder seinem einstigen Herrn Veith, der die Dorfbewohner vor zwanzig Jahren mit dem Geist tyrannisierte und ihnen Hab und Gut wegnahm. Mit Hilfe eines jungen Zauberers und einer guten Dorfhexe gelingt es Sophia nun, den Geist wieder einzufangen und Veith in eine Goldstatue zu verwandeln.

In diesem Märchenfilm wurde einiges abgeändert: In der Grimmschen Vorlage steht ein junger Mann im Mittelpunkt, der auf eine hohe Schule geschickt wird. Sein Vater, auch hier ein armer Holzhacker, finanziert dieses Studium. Der Vater nimmt in der Grimmschen Vorlage deutlich mehr Raum ein. Denn als er das Studium des Sohnes nicht mehr finanzieren kann, kehrt der Sohn nach Hause zurück. Der Vater ist sehr betrübt darüber, aber der Sohn guter Dinge und weiß sich schlussendlich selbst zu helfen, indem er einen Geist im Glas überlistet und dadurch Geld beschafft. Der Vater unterschätzt somit den Sohn, denn für ihn zählt nur körperliche Arbeit. Der Sohn beweist dem Vater, dass auch List und geistige Klugheit finanziellen Erfolg bereiten können, indem er vom Geist einen kleinen Lappen einfordert, der Wunden heilen und Metalle in Silber verwandeln kann.

Dies alles bleibt im Film ausgespart: Der Vater von Sophia spielt keine große Rolle mehr, er taucht nie im Film auf. Man erfährt nur, dass er Sophias Studium nicht länger finanzieren kann. Sophia ist somit komplett auf sich allein gestellt, kehrt aber nicht nach Hause zurück. Sie schafft es dennoch, sich zu bewähren, indem sie eine mutige junge Frau verkörpert, die ihren Weg allein gegen alle Widerstände geht. Unterstützt wird sie von ihrer eigenen Lebensumwelt, einer Kräuterfrau und einem jungen Zauberer, in den sie sich verliebt. Damit versinnbildlicht der Film eine wichtige Botschaft der eigenen Selbstwerdung: Du musst nicht immer nach Hause zurückkehren, sondern kannst in deiner eigenen Welt Hilfe und Selbstfindung erfahren.


03.01.2022

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